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Eine Frau, die in den Zagros-Bergen aufgewachsen ist

  • 1. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Dieses Gedicht wurde von Ruken Viyan Gever zu Ehren der Genossin Emîne Erciyes geschrieben, einer führenden PKK- und PAJK-Kämpferin und Kommandantin der YJA-Star-Frauenguerilla, die 2020 in den Medya-Verteidigungszonen den Märtyrertod starb.



Zagros…

Es ist nicht nur eine Bergkette,

sondern eine Glut, die in den Herzen der Menschen brennt,

ein uraltes Lied, das von der Geschichte geflüstert wird.

Und in diesem Lied wandelt eine Frau…


Ihre Schritte rasen mit dem Wind,

ihr Blick ist jenseits des Horizonts verankert.

Sie ist geduldig wie die Erde,

fließend wie Wasser,

entschlossen wie Feuer,

frei wie der Wind.


Als das Zagros-Gebirge sie umarmte,

nährte es sie wie ein Geheimnis. Denn diese Berge kennen Frauen.

Denn diese Berge waren der erste Ort, an dem die Stimmen der Frauen,

die jahrhundertelang gefesselt waren, widerhallten.

Und diese Frau kam in die Berge, um diese Ketten eine nach der anderen zu sprengen.


Sie war eine Turkmenin. Aber sie war weder an ethnische Codes noch an

engstirnige nationalistische Denkweisen gebunden.

Sie erfand sich neu in den gemeinsamen Schmerzen und Hoffnungen der Völker.

Sie wurde eine Schwester im ehrenvollen Widerstand des kurdischen Volkes,

eine Pionierin auf dem Weg der Frauenbefreiung,

eine Genossin in den Bergen.


Als sie Rêber Apo erkannte,

ging in den dunklen Tunneln ihres Geistes ein Licht an.

Sie war nicht mehr nur eine Suchende,

sondern eine Findende,

eine Verwandlerin

und eine Wegweiserin.


Sie fand auf jedem Hang des Zagros eine neue Bedeutung.

Sie entdeckte nicht nur die Geografie, sondern auch ihr eigenes inneres Universum.


Für sie

war das Guerillaleben keine Flucht,

sondern eine Konfrontation.

Es war eine Rebellion.

Es war eine Revolution der jahrhundertealten Unterdrückung von

Weiblichkeit, Geschlecht, Anstrengung und Bewusstsein.


Und vor allem

vollbrachte sie diese Revolution, indem sie sie lebte.

Diese Hände, die in der kältesten Bergnacht den Rücken eines Kameraden wärmten.

Es waren dieselben Hände, die die Ehre eines Volkes im heißesten Konflikt verteidigten.


Manchmal wurde ihre Stimme zu einem Lied,

manchmal zu einem Slogan.

Aber immer die Stimme eines Lebens, das von Widerstand

durchwoben war.


Die Blumen des Zagros-Gebirges blühten mit ihr anders.

Die Felsen zeugten von ihren Fußspuren.

Und der Wind flüstert noch immer ihren Namen im Morgennebel:

„Diese Frau ist hier vorbeigekommen ...

Die Freiheit auf ihren Schultern tragend...“

Denn sie war nicht nur ein Körper.

Sie war eine Idee,

eine Seele,

eine Rebellion,

eine Liebe.


Sie war eine Frau, die im Zagros aufgewachsen war,

sich im Zagros vermehrte,

im Zagros unsterblich wurde.




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